Die Möwe Jonathan
Originaltitel: Jonathan Livingston Seagull, 1973
Regie: Hall Bartlett
Der Film nach dem gleichnamigen Roman des US-amerikanischen Schriftstellers Richard Bach schildert das Leben der Möwe Jonathan, die so ganz anders leben will als ihre Artgenossen – nämlich ungebunden und in Freiheit.
Die Möwe Jonathan strebt Perfektion im Fliegen an und wird daher von den anderen Möwen ausgegrenzt. Diese setzen ihre beschränkten und mittelmäßigen fliegerischen Fähigkeiten nur zur Futtersuche ein, als Mittel zum Zweck. Sie fliegen, um zu leben. Jonathan dagegen will seine Flugkunst vervollkommnen. Er will leben, um zu fliegen. Er übt sich im Sturzflug, um Geschwindigkeitsrekorde zu brechen, in Loopings und ähnlichen flugakrobatischen Kunststücken. Er will über den Durchschnitt hinaus und das Außerordentliche erfahren. Das Lernen und Streben nach Neuem und Unbekanntem ist innerer Drang und Motivation zugleich und gibt ihm den Sinn seiner Existenz.
Weil er mit seinem Tun gegen die Traditionen der Möwensippe verstößt, wird er vom Ältestenrat des Möwenschwarms verbannt. Trotz der Ausgrenzung gibt er nicht auf, sondern hält leidenschaftlich an seinen Zielen fest. Er verunglückt bei einem gewagten Flugmanöver und findet sich in einem Schwarm Möven wieder, die seine Vision teilen. „Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als was dir die Gesellschaft zu leben vorgaukelt – folge deiner inneren Stimme und habe den Mut, entgegen allen Konventionen deiner Vision treu zu bleiben“ – könnte man in der Quintessenz diesen Streifen zusammenfassen.
Der fantastische Soundtrack von Neil Diamond vermag es, die Grenzen des Filmes aufzulösen und den Inhalt im Unendlichen zerfliessen zu lassen und gewährt dem Zuschauer einen sehnsüchtigen Blick in die nicht-alltägliche Welt.
Lussia